Freiwillige Feuerwehr der Kreisstadt St. Wendel
 
06.06.17

Schwerer Unfall stellt Retter auf die Probe

Kategorie: Einsätze, Lbz.Kernstadt

Bei unserer wöchentlichen Ausbildung wurde am Montag für eine Einsatzübung folgendes Übungsszenario dargestellt:

Ein PKW ist auf einem Feldwirtschaftsweg zwischen Winkenbacher Hof und Göckelmühle von der Fahrbahn abgekommen, geschleudert, überschlagen und auf der Fahrerseite, mit dem Dach an der Mauer einer Unterführung, liegengeblieben. Fahrer und Beifahrer wurden im Fahrzeug eingeklemmt und schwer verletzt.

Übungsziel war es, die Zusammenarbeit der einzelnen Führungskräfte sowie der Fahrzeugbesatzungen, auch mit dem Rettungsdienst/Notarzt (durch die Übungsleitung simuliert), so reibungslos wie möglich zu gestalten und die Herausforderungen dieses Szenarios abzuarbeiten. Zusätzlich wurden auf einigen Schlüsselpositionen, wie Gruppenführer ( Leiter der Technischen Rettung am Fahrzeug) Angriffs- und Schlauchtrupp sowie Maschinisten, weniger erfahrene Kameraden eingesetzt.

Die Schwierigkeit dieser Einsatzlage bestand darin, dem Rettungsdienst schnellen Zugang zu den Verletzten zu ermöglichen (Fahrzeug lag auf Seite mit Dach an einer Wand), die Verletzten schnell aus den Sicherheitsgurten zu Befreien, um ein Hängetrauma zu verhindern und neben der Zugangsöffnung eine Rettungsöffnung, durch das Entfernen des Daches, herzustellen.

Zum Einsatzablauf:

Direkt nach dem Ausrücken wurden die Fahrzeuge auf zwei Anfahrtswege aufgeteilt, sodass von beiden Seiten der Einsatz aufgebaut werden konnte ( die Unterführung war der einzige Verbindungsweg zu den beiden Seiten des Bahndammes), da der genaue Ort des Einsatzes nicht bekannt war. Nach der Erkundung durch den Gruppenführer des LF20 und der Rücksprache mit dem Rettungsdienst wurde das Fahrzeug gesichert, die Verletzten vom RD gecheckt und durch einen Inneren Retter aus den Gurten befreit und fixiert. Danach wurde das Fahrzeug mit der Seilwinde des RW 2 langsam von der Mauer weggezogen, sodass der sichere Zugang zu den Verletzten möglich wurde. Das Fahrzeug wurde nun zusätzlich mit dem Stabfast-System gesichert und stabilisiert. Dann führte der Rettungsdienst die medizinischen Maßnahmen an den Patienten durch. Anschließend wurden die oben liegenden A-,B- und C-Säulen durchtrennt und das Dach heruntergeklappt. Durch die Große Rettungsöffnung konnten die zwei verletzten Insassen nun mit dem Spineboard achsengerecht gerettet werden. 

Die Ausbilder waren  mit Abarbeitung dieser Übungslage sehr zufrieden und lobten besonders die technische Umsetzung und die Geschwindigkeit (30 Minuten vom Eintreffen bis zur Übergabe der Verletzten an RD) der Rettungsmaßnahmen. Die Übungsleitung bedankt sich beim Bauhof für das Bereitstellen des Übungsfahrzeuges sowie bei Markus Thul für die Lagedarstellung. /am

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